Wenn ich noch zwei Jahre hätte (oder zehn, oder zwanzig, oder …)

20161127_161309-1328x747Eines der größten Privilegien hier und heute zu leben, ist die Vielzahl an Möglichkeiten, das Leben ganz nach seinen Wünschen leben zu können. Die meisten Menschen hier in Mitteleuropa sind von der absoluten Überlebenssorge befreit, welche noch vor wenigen Generationen den Alltag großer Bevölkerungsteile prägte. Die Grundbedürfnisse des Obdaches, der Nahrung und der Kleidung sind gedeckt – wir können uns also dem Leben selber zuwenden.

Doch was mache ich? Unsere Multioptionsgesellschaft, die Erwartungen und Zwänge unseres sozialen Umfeldes sowie eigene Idealvorstellungen schaffen ganz neue Probleme. Wir bräuchten mehrere Leben, um nur annähernd all das zu leben, was denkbar wäre. Beruf, körperliche Fähigkeiten, Reisen, Sprachen, Lebensstil, Wohngegend, Religion, … wir haben im Prinzip die freie Wahl und nur verhältnismäßig wenig hängt vom großen Limitierer Geld ab.

Häufig liest man den Kalenderspruch-Satz „Lebe jeden Tag so, als ob er Dein letzter wäre“, oder den Klassiker „Carpe diem“ (pflücke den Tag), der im Film „Der Club der Toten Dichter“ zur Volksbildung wurde. Wenn man mal die Banalität beiseite lässt, dass wir eben in der Regel nicht nur einen Tag lang leben und unser Lebensstil durchaus von längerfristiger Perspektive abhängt, bleibt eine spannende Frage:

Wie würde sich mein Verhalten ändern, wenn ich wüsste, dass ich nur noch eine begrenzte Zeitspanne zu leben hätte. „Wenn ich noch zwei Jahre hätte (oder zehn, oder zwanzig, oder …)“ weiterlesen

12 von 12 im November – ein Samstag

Samstag ist bei mir/uns traditionell mit etwas Hausputz verbunden. Da dieser nicht vergnügungssteuerpflichtig ist, hilft schlichte Routine. Nach dem Frühstück mit Sohn 2, wird das rote Saugmonster angeworfen und eine Dreiviertelstunde Krach gemacht. Danach frühstückt meist auch die andere Hälfte der Familie. Leider riecht die Staubsaugerluft noch immer etwas nach Curry, seit ich Anfang September eine ausgeleerte Currydose aus dem Reisekoffer saugte.20161112_201619-747x1328

Wochenendeinkauf heißt: Markt und Bioladen. Der Markt liegt nur fünf Gehminuten entfernt, zum Bioladen geht’s mit der Stadtbahn in acht Minuten. Immer dabei ist der Einkaufstrolley, in den auch alles passt. Vor neun Jahren waren wir damit noch Exoten, heute hat gefühlt fast jeder in der Siedlung einen. „12 von 12 im November – ein Samstag“ weiterlesen

Wenn Du es eilig hast, gehe langsam

Manchmal kommen Erkenntnisse beim Bügeln ...
Manchmal kommen Erkenntnisse beim Bügeln …

»Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.« Als ich diesen Satz vor mittlerweile 24 Jahren zu ersten Mal hörte, rätselte ich lange, welches mysteriöse Geheimnis der Zeitplanung sich wohl dahinter verstecken möge. Gesagt hatte ihn Norbert R. Müllert, einer der beiden Väter der wunderbaren Moderationsmethode »Zukunftswerkstatt«, als ich bei ihm im Moderatorenschulungs-Seminar war.

»Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.« Das ist so ein Satz, der wie ein Koan, ein unlösbares Zen-Rätsel klingt. Man versteht ihn nicht gleich. Und vielleicht macht dies seinen Reiz aus, lässt ihn diese Uneindeutigkeit als weise erscheinen. Aber Weisheit hin oder her – ich hab’ ihn schlichtweg nicht kapiert. Manche Dinge sind einfach außerhalb meines Horizonts. Punkt. – Aber er ließ mich nicht los. „Wenn Du es eilig hast, gehe langsam“ weiterlesen

gesudelt (802)

Diese Fußabdrücke entdeckte ich heute an meinem Bürofensterbrett außen, 2. Stock. [802] fussabdruecke
Ich hätte jetzt Appetit auf dicke Schneeflocken, die auf meiner Zunge landen. [801]
Wegen der "Grusel-Clown"-Berichte wollen die Kinder aus K2s Klasse nicht zu Halloween rausgehen. Gespannt, ob die Süßigkeiten-Gier siegt. [800]

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gesudelt (760)

Erneut bei den Elternabenden beider Jungs erlebt: Die Eltern anstrengender Kinder sind nicht minder anstrengend. [760]
Und von den sunnitischen Nachbarn gestern Aschura (Süßspeise) zum Aschura-Fest bekommen, in Gedenken an Noah ...  [759]
Elternabend ✅ 
K1-Koffer SMV-Fahrt ✅ 
Mittagessen vorbereitet ✅ 
Frühstück vorbereitet ✅ 
Mein Zeugs ...❌ [758]
Die Erziehung: Misch' Dich nicht in anderer Leute Dinge. 
Der Kopf: Du weißt eh nichts.. 
Das Herz: Frag' nach. 

Und nun? 
Kopfmensch gewinnt. [757]
Die Rezepte von @HerrGruenkocht kommen bei der Familie an. Und die Jungs wieder: nächstes Mal bitte doppelte Menge. #Fladenbrot [756] fladenbrot
An zwei Weihnachtsspenden-Mailings parallel dran. Ich mach' gleich die Fichtennadel-Flasche auf und leg "Stille Nacht" auf. [756]
Das diebstahlsichere Fahrrad: Radverschandeln für Profis.  [755]
Vier Grad, Morgennebel, unscharfe Lichter von Stadtbahn und Autos links und rechts und ein warm eingepackter Radler mittendrin. Moin! [754]radler-nebel
🎶 Der Mond steht still und schweigt Dich an, 🎶 was sonst, wo er nicht sprechen kann ... 🎶 [753] mond
E-Bike = weniger Anstrengung (Sport) 
E-Bike = häufigere Bewegung 
-------- 
Ergebnis unterm Strich? [752]
Schaum..... ähm ....bad. [751] schaumbad
Einladungen für den Kindergeburtstag des bald 8-Jährigen verteilt. Jetzt noch Programm für die vier Mädels und zwei Jungs überlegen. [750]
E-Bike-Interesse - Alterserscheinung oder realistische Einschätzung, dann im Winter mehr zu radeln? (Job heimwärts 250hm/14km) [749]
Jetzt wo es wieder dunkler wird ... ein zeitloser Artikel zu Warnwesten auf dem Fahrrad  [748]
Mein erstes Baguette, streng nach dem Rezept von  ... merci! 
Ich bekam 2cm davon ab ... und den Hinweis der Jungs, nächstes Mal die dreifache Menge zu backen.[747] baguette-1
"Hör' auf zu jammern." "Denk positiv." "Belästige keinen." "Denk an Deinen Ruf." 
Glaubenssätze der Erziehung, die uns prägten. [746]
"Neue Rezeptur"* 

*Wir haben noch billigere Zutaten gefunden. [745]
So, die morgendlichen Väter-Bashing-Tweets, Blog- und fb-Einträge durch. 
Darauf erst mal 'ne Runde Staubsaugen. [744]
Ich konnte die Verkäuferin nicht überzeugen, dass ich mich mit Waschprogrammen auskenne, als sie mir minutenlang Anweisungen gab. [743]
Nicht jeder kryptische Satz ist Philosophie. Auch nicht auf Twitter. [742]
Eine ehrwürdige und bunte Gesellschaft, vor welcher ich gestern vortragen durfte. Eine nette Abwechslung zum Alltag, das mache ich gerne. [741] vortrag-ka
Der Große in der Schule, der Kurze im Hort ... gut, dass Routine hilft, den Morgen mit zwei halb geschlossenen Augen zu schaffen. Moin! [740]
Ich halte nun den Impulsvortrag "Raus aus dem Dornröschenschlaf - Stiftungen lebendig halten" in Karlsruhe.  [739]
Ich versteh' die Debatte um den "frühen" Schulbeginn um 8 Uhr nicht. Korrespondiert das nicht direkt mit den Schlafenszeiten am Abend? [738]
Und noch ein Fundraising-Buch ... dieses Mal mit wissenschaftlichem Anspruch: Handbuch Fundraising (Sammelband, Hrsg. Urselmann), 2016. [737] fundraising-buecher
So ein bisschen Nordsee wäre jetzt fein ... [736] jungs-an-nordsee
Im Gefängnis der eigenen Ansprüche. [735]
Leute, die über Supermarktschlangen am Samstag jammern ... sie stehen nicht im "Stau", sie sind der Stau. [734]
Langes Wochenende heißt, den Samstag so voll zu planen, dass einem am Sonntag und Montag langweilig wird? [733]
Ein Flugbegleiter, der die Worte ohne jede Pause dazwischen fließend in einem Singsang sprechen kann. [732]
Peinlichstes Flugerlebnis: Aus Versehen einen Tag zu spät gebucht - und es fiel erst an Bord auf. Kam durch alle Kontrollen und durfte mit. [731]
Anzug, broilerbraun, schwarze Gelhaare nach hinten, BILD neben sich - ich sitze neben einem Klischee. [730]
Auf nach Hamburg ... und abends wieder zurück. Ein spannender Austausch mit Fundraising-Kolleginnen wartet. [729] flughafen-stuttgart
... hast Du schon mal barfuß Altglas zum Container gebracht ...? (ich nur einmal) [728]
Sprachverteidiger verteidigen nicht die Sprache, sondern die Regeln, welche andere vor ihnen festgeschrieben haben. [727]
... wenn man sich auf Youtube so treiben lässt: Von Gaspar Sanz über die Last Night Proms via Typewriter Song zu Mike Oldfield. [726]
Ich möchte jetzt klassische Gitarre spielen können und die Suite Espanola von Sanz anstimmen. [725]
Nettes Mädchenfoto, Girl im Namen: 135 Tweets und über 2700 Follower. #hormonbasierte Followergewinnung [724]
Nachwuchs ... der 1/4tel-Baß bekam noch einen 16tel-Baß dazu. Jetzt lernen beide Jungs die tiefen Töne. [723] zwei-baesse
Die Katzen auf den Wohnwegen blicken merklich irritiert, dass ein Zweibeiner auch auf bloßen Pfoten herumschleicht. [722]
Die Luft wird kühler, aber das Gehwegpflaster hat die Tageswärme gespeichert. [721] barfuss-pflaster

 

Mein Unvermögen, den Atem nur zu beobachten

Wer sich jemals mit Meditation beschäftigt hat, stieß zu Beginn sicher auf die Anweisung „beobachte Deinen Atem“. Man solle ihn beobachten, wie er durch die Nase fließt, den Gaumen entlang streicht, die Lunge und den Bauchraum füllt, Bauchdecke und Brustkorb hebt. Und dann geht der Atem den entgegen gesetzten Weg, den es ebenso zu erspüren gilt. Ziel dieser Übung ist, den allgegenwärtigen Strom der Gedanken zu unterbrechen, einmal an „nichts“ zu denken.

Momentan versuche ich, wieder täglich zu meditieren. Wobei es nicht nur beim Versuch bleibt, sondern ich schon einige Tage sehr konstant dabei bin – wenngleich noch nicht besonders lange, sondern erst mal nur so 10-15 Minuten am Stück.

Ich weiß ja nicht, wie es anderen dabei geht. Aber ich kann meinen Atem nicht beobachten. „Mein Unvermögen, den Atem nur zu beobachten“ weiterlesen

Das gelungene Seminar

Was nimmst Du aus einem Seminar mit? War es das Geld wert? Deine Notizen sind der Gradmesser.
Was nimmst Du aus einem Seminar mit? War es das Geld wert? Deine Notizen sind der Gradmesser.

Am Donnerstag darf ich wieder einmal einen Fach-Vortrag halten. Und ich vermute sehr, dass es irgendwelche Erhebungsbögen im Anschluss für die Teilnehmenden gibt, um die Vortragsqualität zu evaluieren. Da wird dann nach dem adäquaten Medieneinsatz gefragt, ob ich auf die Fragen der Teilnehmenden einging, als fachlich kompetent eingeschätzt werde etc.

Bei einigen Kongressen erlebte ich bewundernd Vorträge  von Kollegen, die die Anwesenden begeisterten, den Saal mit Energie füllten und die auch im Nachhinein Bestnoten in der Gesamtbewertung erhielten. Doch wenn ich nach solchen Vorträgen Kolleginnen und Kollegen frage, was sie nun praktisch aus dem gehörten – ja eher schon  erlebtem – mitnehmen würden, blieb es still. Und in mir oft auch. „Das gelungene Seminar“ weiterlesen

gesudelt (612)

Es war doch nicht K1, der heute morgen schnarchte ... und geweckt hat uns der Hahn. #Wangerooge [612] schwein
Die Familie schläft das frühe 5-Uhr-Aufstehen aus und ich schreibe noch etwas ins obligate Familien-Reisetagebuch. [612]ferienbuch
Taxi, EC, IC, NWB, Bus, Fähre, Inselbahn ... sieben Verkehrsmittel und 7 Stunden von Hamburg nach Wangerooge. Der Norden zieht sich ... [611]

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gesudelt (583)

Letzter Bürotag und dann (fast) vier Wochen frei.So lange hatte ich seit 18 Jahren nicht mehr Urlaub. [583]
Die drei Tage HH vor den drei Inselwochen bringen den alten Pack- und Koffervorschick-Plan etwas durcheinander. 
Pyjamas umpackend gesendet. [582]
Und die Laufsachen bleiben zuhause. Konzentrieren auf's Wesentliche. Morgen gehen die Koffer voraus.  [581]
Zumindest ist der Spielzeugkoffer zum Vorschicken gepackt. Kites, LEGO, LEGO-Mindstorms, Schaufeln, Strandmuschel,...
 #Inselreif [580]
- Zeitungsausträger 
- Hilfsgärtner 
- Post-Räder reparieren 
- Radlkurier 
- U-Bahnfahrer 
- GF Jugendverband 
- Fundraiser
 #myfirstsevenjobs [579]

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Stadturlaub? Barfuß in Wien.

20160522_185326-600x1067Barfußgehen hat ja mittlerweile einen sehr gesunden Ruf. Und die zahlreichen Barfußpfade in Deutschland gehören zum festen touristischen Besuchsprogramm, insbesondere bei Familien. Die Kehrseite dieses Booms ist, dass die Menschen denken, barfuß zu gehen wäre außerhalb dieser »Reservate« eine gefährliche Angelegenheit. Doch dem ist natürlich nicht so. Und, vielleicht für viele ein provozierender Gedanke, ist gerade für Städtetouristen das Barfußlaufen eine echte Alternative zu mehr oder weniger bequemen Stunden in Schuhen.

Barfuß in Wien

Ein freier Juni-Nachmittag in Wien, nach langer Bahnfahrt im vollen Zug. Es hatte ca. 25 Grad, als ich gegen 15 Uhr das Hotel verließ, um einige Stunden lang Wien per pedes zu erkunden. Ich hatte nur ein Ziel, das Hundertwasser-Museum, und ansonsten die Absicht, als Flaneur mehr oder weniger ziellos  „Stadturlaub? Barfuß in Wien.“ weiterlesen